Finale Phase des freiraumplanerisch-städtebaulichen Wettbewerbs

Eine Maßnahme des 2020 beschossenen, integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts, kurz ISEK genannt, ist die Entwicklung des Biggeumfelds zu einem neuen, attraktiven Quartier mit Anbindung an die Alt- bzw. Oberstadt.

Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofsareals, am westlichen Biggeufer, werden das neue Bürgerhaus und das Stadtmuseum entstehen. Das bestehende Rathaus und der alte Busbahnhof sind für den Abbruch vorgesehen. Auf der Fläche der früheren Realschule, die derzeit abgerissen wird, ist für einen Zeitraum von zehn Jahren eine temporäre Nutzung als Sport- und Freizeitbereich geplant. Im Rahmen eines Wettbewerbs hat die Kreisstadt Olpe die freiraumplanerische und städtebauliche Entwicklung der westlichen Innenstadt ausgeschrieben. Insgesamt sieben Teams haben sich an der Ausschreibung beteiligt und Vorschläge für die Gestaltung des Areals eingereicht.

Die Wettbewerbsaufgabe umfasste unter anderem Ideen für eine Nachnutzung des ehemaligen Realschulgeländes, die Inszenierung des Zusammenflusses von Olpe und Bigge, die Gestaltung der Bigge-Promenade von der Bahnhofstraße bis zum Freizeitbad sowie Lösungen für Rad- und Fußwegeverbindungen.

In einer nicht-öffentlichen Preisgerichtssitzung am 5. Dezember werden die anonymisierten Beiträge der Teilnehmenden, bei denen es sich ausschließlich um Landschaftsarchitektur- und Stadtplanungsbüros handelt, gemäß der im Vorfeld festgelegten Wettbewerbskriterien beurteilt und bewertet. Das Preisgericht setzt sich aus unabhängigen Architektinnen und Architekten bzw. Stadtplanerinnen und Stadtplanern sowie Mitgliedern der im Stadtrat vertretenen Fraktionen und dem Bürgermeister zusammen. Darüber hinaus gibt es ein beratendes Gremium, zu dem Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Umwelt, Soziales, Bauen und Tourismus gehören. Begleitet wird der Wettbewerb von der Pesch Partner Architektur Stadtplanung GmbH aus Dortmund.

Das Preisgericht entscheidet im Zuge der Sitzung, welche Wettbewerbsbeiträge den jeweils ersten, zweiten und dritten Platz belegen. Im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung wird am 8. Dezember im Rathaus eine Ausstellung mit den Entwürfen aller Teilnehmenden eröffnet. Vom 11. Dezember bis 5. Januar haben dann alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die Wettbewerbsbeiträge – inklusive eines großen Modells des Siegerentwurfs – im Rathaus während der regulären Öffnungszeiten zu besichtigen.

„Der Wettbewerb ist der nächste wichtige Schritt in der Umsetzung des städtebaulichen Entwicklungskonzepts, denn mit dem Ergebnis wird gezeigt, wie der Bereich sich in den nächsten Jahren entwickelt. Olpe hat hier eine unglaubliche Chance: mit dem Abbruch von Rathaus, Realschule und ehemaligem Zentralen Omnibusbahnhof sowie der Offenlegung der Bigge entstehen neue Räume und Flächen für die Olper Bürgerinnen und Bürger unmittelbar am Wasser, welches – obwohl mit ‚Olpe‘ und ‚Bigge‘ namensgebend – nie eine wirkliche Rolle in der Stadtgestaltung gespielt hat,“ erklärt Judith Feldner, Technische Beigeordnete der Kreisstadt Olpe.

Im Anschluss an die Preisgerichtsentscheidung muss gemäß der Verordnung der Vergabe für öffentliche Aufträge (VgV) ein förmliches Vergabeverfahren mit dem erstplatzierten Büro erfolgen. Im Laufe des kommenden Jahres werden die Planungen weiter ausgearbeitet und entsprechende Bauanträge auf den Weg gebracht. Der Baubeginn ist für 2025 vorgesehen.